VOM SOCKEL DENKEN

Künstlerische Kommentierung des Ernst Thälmann Denkmals // Kunst am Bau Wettbewerb // 2. Preis und Realisierungsempfehlung

Hauptbestandteil meines Entwurfes sind zehn essayistische Kurzfilme. In diesen collagiere ich Archivmaterial mit eigenen Fotos, Filmaufnahmen und animierten Zeichnungen. Ich untersuche Perspektiven auf das Denkmal, den Ort, die Menschen. Ich freue mich, dass mein vorwiegend filmischer Beitrag zum Thälmann-Denkmal von der Jury zur Realisierung ausgewählt wurde.

 

Das Projekt soll bis Ende 2021 realisiert werden.

 

Aus der Pressemitteilung: Der Beitrag „VOM SOCKEL DENKEN“ der Berliner Künstlerin Betina Kuntzsch erhielt die Empfehlung zur Realisierung. Der Entwurf sieht vor, auf dem Denkmalplatz fünf vielfach nutzbare, farbige Betonelemente, die den Denkmalssockel maßstabgerecht verkleinern, zu platzieren. Sie lockern einerseits formal die strenge Struktur des Platzes auf, ziehen Besucher*innen an und laden zum Verweilen ein. Über die Beschriftung der Sockel mit poetischen Schlagwörtern werden inhaltliche Bezüge zum Denkmal und seinen historischen Hintergründen hergestellt und ein Interesse geweckt, sich mit dem Ort intensiver auseinanderzusetzen.

Einen wesentlichen Teil des Entwurfs bilden sowohl künstlerisch als auch inhaltlich überzeugende Filmessays, welche die Thematik aus verschiedenen Perspektiven beleuchten, den verschiedenen historischen Betrachtungsweisen Referenz erweisen und zugleich einen Gegenwartsbezug herstellen. Die Filme werden der Öffentlichkeit über QR-Codes vor Ort sowie über weitere Vermittlungsebenen zugänglich gemacht. Einer dieser Kurzfilme soll gemeinsam mit Anwohner*innen und Nutzer*innen des Thälmann-Parks erarbeitet werden. Dieser Entwurf „zeichnet sich durch überzeugende Beispiele einer filmischen Annäherung an die Themen, die das Denkmal evozieren, aus. Die Bandbreite der Filmbeiträge ist sehr groß, sie reicht von der Geschichte des Areals, über den umstrittenen Abriss der Gasometer und alternative Nutzungsformen bis zur Denkmalsetzung 1986, von der historischen Person Ernst Thälmann bis zur Kulturfigur in der DDR. Der individuell-assoziative und alltagsgeschichtliche Zugang zu den Themen überzeugt formal und inhaltlich. Die künstlerisch-filmische Durchdringung der Themen beinhaltet wesentliche Elemente der erwarteten Auseinandersetzung mit dem historischen Gegenstand, dem Park, dem Wohngebiet, dem Denkmal und den zeitgeschichtlichen Hintergründen.“ (aus der Beurteilung des Preisgerichts)